Mitteilung des Bistums Fulda
Besondere Glückwünsche erhielt am Donnerstag Pfarrer i. R. Bruno Kant (Geistlicher Rat): Zu seinem 110. Geburtstag erreichte ihn direkt aus dem Vatikan ein persönliches Gratulationsschreiben von Papst Leo XIV.
Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber gratulierte Kant gemeinsam mit Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und dem für die Priester zuständigen Personalreferenten des Bistums Fulda, Prof. Dr. Cornelius Roth, persönlich.
In dem Schreiben sendet der Papst Glück- und Segenswünsche, dankt dem Jubilar für den langjährigen priesterlichen Dienst und erteilt Pfarrer Kant sowie allen, die ihm nahestehen, den Apostolischen Segen.
Außergewöhnlich und nicht alltäglich: Der Ruhestandspriester Bruno Kant aus Eichenzell-Löschenrod zählt mit diesem Alter zu den ältesten lebenden Deutschen.
Nach Angaben aus dem Vatikan ist er damit sogar der älteste katholische Priester weltweit. Aus diesem Anlass sandte Papst Leo XIV. dem Jubilar ein persönliches Gratulationsschreiben.
Der Fuldaer Bischof Dr. Michael Gerber gratulierte Pfarrer Kant am Nachmittag während einer Feierstunde persönlich, ebenso Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und der für die Priester zuständige Personalreferent des Bistums, Prof. Dr. Cornelius Roth.
„Mit Freude habe ich erfahren, dass Sie am 26. Februar Ihren 110. Geburtstag begehen dürfen und übermittle Ihnen hierzu meine herzlichen Glück- und Segenswünsche“, schreibt Papst Leo XIV.
Dankbar für Kants „langjährigen treuen und hingebungsvollen priesterlichen Dienst“ schließt der Papst Kant in sein Gebet ein und erteilt ihm sowie allen, die ihm nahestehen, den Apostolischen Segen.
Bodenständig und bescheiden
Kant zeigte sich über die Glück- und Segenswünsche aus dem Vatikan ebenso überrascht wie erfreut. Zunächst habe er es kaum glauben können, dann habe er sich sehr darüber gefreut.
Ansonsten ist dem Jubilar der Trubel um seine Person eher unangenehm, er bleibt bodenständig und bescheiden. Glückwunschschreiben erreichten den Jubilar außerdem von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzler Friedrich Merz.
„Es beeindruckt mich, wie viele Menschen auch nach Jahrzehnten noch mit großer Dankbarkeit auf das Wirken von Pfarrer Kant schauen“, betonte Bischof Dr. Michael Gerber.
„Als Priester ist er auch für mich ein Vorbild. Er hat schwere Schicksalsschläge erlebt, ist an ihnen gereift und wurde als Seelsorger ein wichtiger Wegbegleiter für viele“, so der Bischof.
Würdigung vor Ort
Bis zu seinem 102. Lebensjahr half Bruno Kant noch im aktiven Seelsorgedienst mit; erst dann zog er sich aus dem regelmäßigen Dienst zurück.
In den Pfarreien vor Ort gilt er bis heute als prägende Person. Pfarrer Guido Pasenow bezeichnet ihn regelmäßig als das „Herz der Gemeinde“.
In Petersberg-Marbach, wo Bruno Kant über Jahrzehnte lebte und wirkte, trägt eine Straße seinen Namen. In Eichenzell-Löschenrod benannten die Menschen den Platz an der Kirche zu seinen Ehren als „Pfr.-Bruno-Kant-Platz“.
Lebensweg und Stationen
Bruno Kant wurde am 26. Februar 1916 in Werblin/Westpreußen geboren. Er legte 1934 am Städtischen Gymnasium in Danzig das Abitur ab und begann an der Staatlichen Akademie Braunsberg sowie an der Universität Freiburg im Breisgau seine philosophisch-theologischen Studien.
1943 wurde Kant zum Militärdienst einberufen. Erst nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1948 konnte er sein Theologiestudium in Fulda wieder aufnehmen.
1950 wurde er im Fuldaer Dom durch Bischof Dr. Johannes Baptist Dietz zum Priester geweiht.
Prägende Jahre in Marbach
Nach ersten Stationen als Kaplan in Blankenau und Schwarzbach sowie ab 1955 in der Pfarrei St. Joseph in Kassel wurde ihm am 20. Juni 1960 die Pfarrei Marbach (St. Ägidius) übertragen. Dort war Kant über drei Jahrzehnte tätig und prägte auch die Filialgemeinden Bernhards, Dammersbach und Rückers.
In diese Zeit fielen größere Umbau- und Renovierungsarbeiten an mehreren Kirchen. Kant verstand es, die Gläubigen zu motivieren und Verantwortung zu bündeln durch freiwillige Arbeitsleistungen und großes Engagement vor Ort.
Als weltoffener Seelsorger bemühte er sich zudem intensiv um die Belange der politischen Gemeinde.
Verantwortung im Dekanat und Ruhestand
Von 1971 an nahm Kant zehn Jahre lang das Amt des stellvertretenden Dechanten des früheren Dekanats Hünfeld wahr.
Im Dezember 1980 wurde er zum Geistlichen Rat ernannt; von Ende 1981 bis 1986 wirkte er als Dechant des Dekanats. Ab 1974 war er außerdem viele Jahre Dekanatspräses des Cäcilienverbandes.
Als Kant 1991 in den Ruhestand trat, zog er nach Eichenzell-Löschenrod, wo ein Altersruhesitz für Priester frei geworden war, und bezog ein Haus direkt neben der Kirche. Dort übernahm er weiterhin seelsorgliche Dienste und blieb bis ins hohe Alter in der Gemeinde präsent.






